Impact Day 2026: Jetzt erst recht – Social Entrepreneurship zwischen Marktdruck und neuen Chancen
Was passiert, wenn mehr als 60 Menschen zusammenkommen, die trotz schwieriger Rahmenbedingungen gesellschaftliche Probleme nicht einfach hinnehmen wollen? Es entsteht ein Tag voller Ideen, Austausch, Mut – und vor allem Zuversicht.
Am 2. September 2026 wurde der Heimathafen Wiesbaden zum Treffpunkt für Social Entrepreneurs, Start-ups, Unterstützer:innen und Akteure aus dem hessischen Impact-Ökosystem. Beim 6. Impact Day des Sozialinnovators Hessen ging es unter dem Motto „Jetzt erst recht!“ um die Frage, wie soziale Innovation auch unter wachsendem Marktdruck gelingen kann – und welche Chancen gerade in Krisenzeiten entstehen.
Denn die Herausforderungen sind real: Investitionen werden zurückhaltender, Fördermittel schwieriger zugänglich und viele Social Start-ups müssen mit begrenzten Ressourcen umso überzeugender zeigen, welchen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wert ihre Lösungen schaffen.
Doch genau deshalb war die Botschaft des Tages eine andere: Aufgeben ist keine Option.
„Krisen erhöhen die Kreativität – und die Dringlichkeit, sie auch zu nutzen.“

Mit dieser zentralen Botschaft eröffnete Jan Moellmann von leonardo.impact den Impact Day. Seine Keynote machte deutlich, dass Krisen nicht nur Einschränkungen mit sich bringen, sondern auch neue Perspektiven eröffnen können.
Gerade dort, wo Märkte nicht ausreichend funktionieren – beispielsweise in Gesundheit, Bildung oder Innovation – entstehen Räume für neue sozialunternehmerische Lösungen.
Für Impact-Gründer bedeutet das: Die gesellschaftliche Relevanz ihrer Arbeit ist nicht kleiner geworden. Im Gegenteil. Gerade in Zeiten, in denen Probleme sichtbarer und Ressourcen knapper werden, braucht es Menschen, die diese Probleme erkennen und neue Lösungen entwickeln.
Die Herausforderung besteht darin, diesen Wert sichtbar zu machen – gegenüber Kunden, Investor:innen, Fördermittelgeber.innen und politischen Entscheidungsträger:innen..
Vom Impuls ins Machen: Drei Workshops, drei konkrete Baustellen
Nach dem Auftakt ging es direkt in die Praxis. Denn beim Impact Day sollte es nicht nur um Inspiration gehen, sondern vor allem um konkretes Handwerkszeug für den Gründungsalltag.

In drei Workshops standen Fragen im Mittelpunkt, die viele Gründer:innen aktuell beschäftigen:
- Wie kann KI beim Gründen unterstützen?
- Was passiert, wenn der Worst Case eintritt?
- Und welche Finanzierungsmöglichkeiten bleiben, wenn klassische Investments ausbleiben?
Die Workshops boten Raum, konkrete Herausforderungen zu diskutieren, Erfahrungen zu teilen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Parallel dazu konnten Gründer beim Pitch-Deck Roasting ihre Geschäftsmodelle und Präsentationen mit erfahrenen Investor:innen und Sparringspartner:innen diskutieren.
So wurde aus dem Impact Day kein reiner Inspirationstag, sondern ein Ort, an dem aus Fragen konkrete nächste Schritte werden konnten.
Sieben Ideen, sieben Perspektiven auf gesellschaftliche Herausforderungen
Ein weiterer Höhepunkt des Tages war das Finale des Impact Award 2026.
Aus zahlreichen Bewerbungen hatten sich sieben Impact-Start-ups für die Live-Pitches qualifiziert. Sieben Teams, sieben unterschiedliche Herausforderungen und Lösungsansätze – und jeweils nur drei Minuten Zeit, Jury und Publikum von ihrer Idee, ihrem Geschäftsmodell und ihrer Wirkung zu überzeugen.
Am Ende wurden drei Teams ausgezeichnet:
🥇 1. Platz: formie – 1.000 €
formie macht Behördengänge einfacher: Nutzer beantworten verständliche Fragen und erhalten daraus einen ausgefüllten Antrag inklusive Dokumenten-Checkliste.
🥈 2. Platz: Legmon – 700 €
Legmon setzt sich für mehr Chancengerechtigkeit ein und verbindet Mentoring, Community und Orientierung.
🥉 3. Platz: Political X Change – 300 €
Political X Change verbindet Jugendliche, Schulen und Kommunen digital und schafft damit neue Möglichkeiten für junge Menschen, sich vor Ort einzubringen und mitzuentscheiden.
Insgesamt wurden 2.000 Euro Preisgeld vergeben. Doch mindestens genauso wichtig wie das Preisgeld waren die Bühne, die Sichtbarkeit und die Möglichkeit, die eigenen Ideen vor Publikum zu präsentieren.
Und auch die übrigen Finalteams haben gezeigt, wie vielfältig Social Entrepreneurship sein kann: von Lösungen rund um Demenz und politische Beteiligung über nachhaltigen Konsum bis hin zu Gesundheit und Gewaltprävention.
Mehr als ein Event: Ein Tag für die Impact-Community
Was am Ende besonders hängen bleibt, sind nicht nur die Pitches, Workshops oder Keynotes.
Es sind Gespräche dazwischen. Die neuen Kontakte. Die spontanen Diskussionen. Die Aha-Momente in den Workshops. Und vor allem die Begegnungen mit Menschen, die trotz schwieriger Rahmenbedingungen an Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen arbeiten.
Mehr als 60 Teilnehmende, 11 Speaker:innen und Panelgäste, drei Workshops und sieben pitchende Start-ups haben den Impact Day 2026 zu einem echten Community-Tag gemacht.

Jetzt erst recht
Der Impact Day 2026 hat gezeigt: Die Rahmenbedingungen für Social Entrepreneurship sind nicht einfacher geworden. Aber die Herausforderungen, für die Sozialunternehmen Lösungen entwickeln, sind deshalb nicht weniger relevant.
Vielleicht ist sogar das Gegenteil der Fall.
Jetzt erst recht bedeutet, Probleme nicht als unveränderbar hinzunehmen. Es bedeutet, neue Wege zu suchen, Wirkung sichtbar zu machen, voneinander zu lernen und gemeinsam weiterzumachen.
Ein großes Dankeschön an alle Gründer:innen, Speaker:innen, Panelist:innen, Mentor:innen, Jury-Mitglieder, Partner:innen und Unterstützer:innen, die diesen Tag mit ihren Ideen, ihrer Offenheit und ihrer Energie getragen haben.
Und natürlich: Herzlichen Glückwunsch an alle sieben Impact-Award-Finalteams und ganz besonders an unsere drei Gewinner:innen!
Der Impact Day 2026 ist vorbei.
Aber das Motto bleibt weiter: “Let´s create Impact!”
Danke an den Sozialinnovator Hessen für’s #Möglichmachen!




