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KI als Therapeut? „Die Verhandlung: KI and me“ liefert das Urteil.

Kann eine Künstliche Intelligenz wie ChatGPT ein Therapeut, eine Mentorin oder Freund sein? Diese Frage stand im Mittelpunkt der „spielerischen Verhandlung“ am 09. Dezember 2025 im Alten Gericht in Wiesbaden. Rund 76 Teilnehmende – darunter Schüler:innen, Lehrkräfte und Expert:innen – diskutierten über Chancen und Risiken von KI als Gesprächspartner. Initiiert vom Heimathafen und möglich gemacht durch die Nassauische Sparkasse, wurde der Saal zur Bühne für einen der wichtigsten gesellschaftlichen Dialoge unserer Zeit.

Zwischen digitalem Trost und Echokammer
Die Beiträge zeigten: KI eröffnet einen niedrigschwelligen Zugang zu Gesprächen über persönliche Probleme, birgt aber Gefahren. Die KI neigt beispielsweise dazu, uns zu bestätigen und uns „Honig um den Mund zu schmieren“, anstatt eine echte kritische Reflexion anzubieten, was man auch bei der Live-Befragung einer KI merkte. 

Einblicke der Expert:innen
Softwareentwickler Reto Kiefer erklärte, dass KI Muster erkennt, aber keine Bedeutung versteht. Psychotherapeut Markus Klaholz hob hervor, dass Maschinen keine nonverbalen Signale wahrnehmen können – ein entscheidender Unterschied zur menschlichen Therapie. Tim Prellwitz präsentierte mit therapy-chat.de spezialisierte, datenschutzkonforme KI-Angebote für mentale Gesundheit.

Das Publikum urteilt
In einer interaktiven Abstimmung wurde dieses Urteil gefällt:
KI ist für persönliche Themen ein nützliches Werkzeug. Ihre Bedeutung wird in Zukunft stark steigen. KI kann therapeutische Angebote gut ergänzen. Therapeutische Angebote sollten daher den Einsatz von KI aktiv vorantreiben. Wir Anwender müssen unsere KI-Kompetenz auf jeden Fall ausbauen. Auch durch schulische Angebote müssen KI-Kompetenzen zwingend ausgebaut werden. Die Selbstregulierung der Tech-Anbieter reicht nicht aus. Es braucht dringend Regeln und Regulierung.

Fazit und Ausblick
KI kann therapeutische Angebote ergänzen, ersetzt sie aber nicht. Der gesellschaftliche Dialog muss weitergehen – etwa in den geplanten WirkungsWerkstätten. Beim anschließenden Austausch zeigte sich: Diese Debatte hat erst begonnen.

Ein großer Dank
gilt allen Zeug:innen, Expert:innen und dem engagierten Publikum für diesen konstruktiven und aufschlussreichen Abend.