Rückblick auf das 130. Gründer:innenfrühstück x Start-up Story
Am 12. November duftete es nach frischem Kaffee und gespannter Erwartung im Heimathafen. Rund 50 Gründungsinteressierte und Unternehmer:innen hatten sich zum 130. Gründer:innenfrühstück versammelt – dem monatlichen Treffpunkt für Austausch, Inspiration und Vernetzung in der Region.
Im Zentrum des Events stand eine besondere Erfolgsgeschichte: Sebastian Schulz, Gründer von Maldaner Coffee Roasters, berichtete von seiner unternehmerischen Reise, die im traditionellen „Wohnzimmer Wiesbadens“, dem Kaffeehaus Maldaner, begann und heute die globale Lieferkette seines Unternehmens radikal verändert hat.
Vom Kaffeehaus-Erbe zur Systemkritik
Sebastian wuchs im Kaffeehaus Maldaner auf, finanziert durch ein System, das er später hinterfragen sollte. Der Wendepunkt kam auf einer Reise nach Äthiopien, wo er die Diskrepanz zwischen den Milliardengewinnen im Westen und der Armut der Kaffeebauern erkannte.
Seine Antwort darauf war kein klassischer Businessplan, sondern ein radikaler Schnitt: Er eliminierte rund 30 Zwischenhändler aus der Lieferkette. Heute verbindet das Start-up die Rösterei direkt mit den Farmern – mit messbaren Effekten:
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Faire Bezahlung: Die Bauern erhalten durchschnittlich 151 % über dem Börsenpreis.
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Risikominimierung: 50 % der Ernte werden vorfinanziert, um die Farmer aus der Abhängigkeit von „mafiösen Strukturen“ und Kredithaien zu befreien.
Kaffee aus der Mehrweg-Dose
Auch beim Thema Nachhaltigkeit geht Maldaner neue Wege. Das Start-up setzt auf die „Recan“ – eine Dose aus recyceltem PET. Sie wirkt wie eine gewöhnliche Verpackung, ist aber ein funktionierendes Pfandsystem ohne Pfand, das den Kreislauf von Einwegtüten durchbricht.
Zusätzlich testet das Team Segelschiffe für den Transport, um den CO₂-Abdruck zu minimieren, und nutzt eine hocheffiziente „Co-Roasting“-Anlage in Darmstadt, die 80 % Energie einspart.
Fazit: Mut braucht ein Zuhause
Sebastians Geschichte zeigt, dass disruptive Innovation selten isoliert entsteht, sondern in einer Gemeinschaft, die an das „Unmögliche“ glaubt. Das monatliche Gründer:innenfrühstück im Heimathafen bietet genau diesen Rahmen – einen Ort des Austauschs, der Motivation und des gegenseitigen Rückhalts.
Seine Botschaft an Gründer:innen:
„Ein Businessplan bleibt ein Plan, aber wird niemals Realität.“
Statt starrer Planung zählen Flexibilität, Leidenschaft und der Mut, eingefahrene Wege zu hinterfragen. Sebastians Motto „Profit follows Purpose“ beweist, dass wirtschaftlicher Erfolg und soziale Verantwortung kein Widerspruch sind – und dass Orte wie der Heimathafen genau den Raum schaffen, in dem solche Ideen wachsen können.
Dieses Event wird gefördert in der Maßnahme „Projekte zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Gründungsmotivation“ durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen.




